top of page

Masaryk: Europa und Demokratie

  • Autorenbild: Dalibor Truhlar
    Dalibor Truhlar
  • vor 3 Tagen
  • 18 Min. Lesezeit

Mein Artikel "T. G. Masaryk - Europa und Demokratie"


Autor: Dalibor Truhlar





Der Anlass


Am Dienstag, 7. März 2000 um 14.00 Uhr versammelten sich am Petersplatz in Wien über einhundert Menschen: Tschechen, Slowaken, Österreicher, die Botschafter ihrer Länder, Minderheitenvertreter und Kinder der tschechischen Schule. Eine halbe Stunde lang wurde gesprochen, gesungen, zugehört und trotz des blauen Himmels auch ein wenig gefroren. Denn es war kalt im Schatten der Gedenktafel, unter der sie standen. 


Sie alle waren gekommen, um gemeinsam Ehre zu bezeugen jenem Mann, der dort 1870–1873 gewohnt hatte, und der vor genau 150 Jahren geboren worden war: Thomas Garrigue Masaryk.


Masaryk wurde am 7. März 1850 in einem kleinen Dorf in Mähren (Hodonin, dt. Göding) geboren. Er starb am 14. September 1937 im Schloss Lány in der Nähe von Prag. Dazwischen liegen 87 Jahre, die man nur schwer in aller Kürze beschreiben kann. Denn Masaryk war Philosoph, Politiker und Präsident. Er studierte an der Wiener Universität bei Franz Brentano, habilitierte sich mit der Arbeit „Der Selbstmord als sociale Massenerscheinung der modernen Civilisation“ (1881), unterrichtete als Dozent und erhielt später einen Lehrstuhl an der Prager Karlsuniversität. Dort schrieb er bedeutende Werke wie „Die soziale Frage“ (1898), „Russische Geistes- und Religionsgeschichte“ (1913) u. v. a. 


Neben seiner Lehrtätigkeit war er als Abgeordneter im Wiener Reichstag für die Realistenpartei aktiv. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging Masaryk ins Exil, organisierte den Widerstand gegen die Habsburger und nutzte seine Verbindungen, um für Böhmen, Mähren und die Slowakei die Selbstständigkeit zu erringen. Er hatte Erfolg und wurde so zum Gründer eines neuen Staates und einer der ersten wirklich funktionierenden Demokratien im Herzen Europas, der Tschechoslowakei. Er war ihr erster und dreimaliger Präsident, den man heuer durch die Enthüllung seiner Statue am Altstädter Ring im Zentrum Prags feiert.


Doch was gibt es zu feiern? Einen Mann, der nicht mehr ist, „seinen“ Staat, der nicht mehr ist? Nein, was bleibt ist das An„denken“ seines Denkens. Denn dieses ist nicht vergangen, sondern aktueller denn je. Insbesondere seine Gedanken zu Europa und Demokratie.



Masaryk als Europäer


Masaryk war ein überzeugter Europäer. Als es 1925 um die Frage nach dem möglichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Europa ging, antwortete Bernard Shaw: „Masaryk obviously. No one else is possible at present.“ H. G. Wells bezeichnete ihn im gleichen Zusammenhang als den „größten Mann Europas“ und die Tschechoslowakei als das Zentrum der Vereinigten Europäischen Nationen. Gleichermaßen schrieb Coudenhove-Kalergi: „Wie einmal aus dem Prag von Jan Hus der Morgenstern einer neuen Zeit aufleuchtete, so kann vielleicht aus dem Prag von Thomas Masaryk das Licht eines neuen Europa ausgehen.“ 53


Und in der Tat, Masaryk wollte, dass Europa sich einigt. Allerdings war für ihn entscheidend, um welches Europa es sich dabei handelt. Es sollte das Europa der Demokratien sein. Diese Überlegungen führte er an vielen Stellen aus. Sein wichtigstes Werk zu diesem Thema ist allerdings wohl sein „Neues Europa“. 54 Er schrieb es 1917, als er sich auf dem Weg von Frankreich über Russland und Japan in die USA befand, um den Soldaten der tschechoslowakischen Exil-Armee, denen er es widmete, und auch der übrigen Welt die Motive ihres Kampfes zu erklären. In diesem Buch ging es ihm nicht unbedingt um die europäische Einigung und es könnte sogar den Anschein haben, als wollte er gerade Europa zerschlagen, denn er forderte darin die politische Autonomie für einige kleinere Staaten. Doch dieser Eindruck des Partikularismus täuscht. Masaryk war kein Separatist, sondern ein Europäer, und obwohl es sich um ein „Kriegswerk“ handelte, war eben dieses zugleich ein „Friedenswerk“, in dem er die Vision „einer demokratischen Rekonstruktion Europas“ entwarf. Diese politische Aufgabe wurde allerdings durch den Umstand erschwert, dass die existierenden Staaten Monarchien waren, die sich nicht demokratisieren ließen. Deshalb fühlte sich Masaryk dem Prinzip des Nationalstaates verpflichtet, der unter diesen Bedingungen noch am ehesten sowohl Demokratie garantieren als auch auf längere Sicht einen Zusammenschluss der demokratischen Nationen zu einem Völkerbund ermöglichen konnte. „Die Demokratie nimmt das neuzeitliche Nationalitätenprinzip an und lehnt den Etatismus ab, die Vergöttlichung der Staates und daher der Dynastien. Es geht nicht nur um die Freiheit der Nationen, sondern auch um ihre Einigung.“ 55


Deshalb war für ihn der Weltkrieg auch eine Weltrevolution, in der sich der Konflikt zwischen Demokratie auf der einen und Monarchie, Aristokratismus und Theokratismus auf der anderen Seite zuspitzte. Diese Ansicht vertrat er ebenfalls in seinem gleichnamigen Werk „Weltrevolution“, 56 die er mit den Worten schloss: „Jesus, nicht Cäsar …“ Damit wollte er darauf aufmerksam machen, dass in der Politik die Ethik und die Moral und das Gebot der Nächstenliebe zählen und nicht das Herrschen, die Gewalt und die Geheimdiplomatie. Dementsprechend verstand er unter Demokratie wesentlich mehr als nur ein institutionelles System, das auf Parlamentarismus oder freien Wahlen basiert, sondern in erster Linie eine Weltanschauung und Lebensauffassung, deren Ethik das ideelle Fundament des Politischen bildet: „Demokratie ist eine politische Organisation der Gesellschaft auf der ethischen Grundlage des Humanismus.“ 57 Bekannt ist auch sein Ausspruch „Demokratie ist Diskussion“, der immer wieder gern zitiert wird. 58


Aus diesen Gründen wünschte sich Masaryk solche Staaten, die ihrem Umfang nach den Nationen entsprechen, weil diese – durchaus im Sinne Herders und seinem Gleichnis vom Baum der Menschheit – natürliche Organisationen darstellen und die Basis der europäischen Entwicklung und des Fortschritts bilden. Und so beschritt er den Weg der nationalen Autonomie, um die Staaten aus der Umklammerung der Monarchien zu lösen und auf diese Weise die demokratische Einigung Europas voranzutreiben.


Ein bisschen erinnert es an die kantische Konzeption der bürgerlichen Gesellschaft in „Zum ewigen Frieden“. Doch Masaryk stand damit in einer langen Tradition des tschechischen Denkens.



Europa im tschechischen Denken


Georg von Poděbrad war König von Böhmen (1458–1471) und der einzige hussitische Herrscher der Geschichte. Vor allem aber war er der erste Herrscher, der die Idee der europäischen Einigung zu realisieren versuchte. Im Jahre 1464 verfasste er die „Charta für Europa“, in der er den Plan dieser Einigung zum Zwecke des Friedens ausarbeitete. Bis auf die Tatsache, dass England und Skandinavien aus dieser Union ausgeschlossen waren, klingen seine Vorschläge äußerst modern: Die Mitglieder sollten sich verpflichten, die Regelung ihrer Konflikte den Bundesorganen zu überlassen und die Entscheidung über Krieg und Frieden dem Bund zu übertragen; als Hauptorgan des Bundes fungierte ein Rat mit Sitz in Basel, der dann alle fünf Jahre von Stadt zu Stadt wechselte; dieser Rat bestand aus Generalbevollmächtigten der Mitgliedstaaten, jede Nation hatte nur eine Stimme und dem Rat stand ein Präsident vor; Sanktionen gegen Vertragsbrecher waren ebenso vorgesehen wie eine gemeinsame Bundesarmee, gemeinsame Bundesfinanzen und ein europäisches Bundesgericht, das dem Prinzip der nationalen Gleichberechtigung diente. Das Ziel war die Sicherung des Friedens nach innen und die gemeinsame Verteidigung des Abendlandes nach außen, insbesondere gegen die türkische Bedrohung. 59 Georg bemühte sich, die anderen Fürsten für seinen Plan zu gewinnen. Und es gelang ihm auch zum Teil. Leider scheiterte sein Plan, als Ludwig XI. von Frankreich mit Böhmen zwar einen Freundschaftspakt schloss, aber die Entscheidung über die europäische Frage vertagte. Diese „Vertagung“ dauerte viereinhalb Jahrhunderte. Erst 1929 traf Edouard Herriot als Gast der Paneuropa-Union in Prag mit Coudenhove-Kalergi und Edvard Beneš zusammen und bezog sich in seiner Rede darauf, dass Ludwig XI. versprochen hatte, auf Georgs Vorschlag zurückzukommen. Und er meinte, genau das würden die Franzosen nun in Vertretung durch Aristide Briand tun.


Das bringt uns zu einem weiteren Vertreter dieser tschechisch-europäischen Linie, Richard Graf von Coudenhove-Kalergi (1894–1972). Als Sohn einer Japanerin und eines österreichischen Diplomaten, als Tschechoslowake und als Angehöriger eines alten belgischen Adels mit Besitzungen in Österreich, Bayern und Ungarn, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Böhmen eingewandert war, wuchs er in einer mehr als kosmopolitischen Umgebung auf. Allein auf dem Familienschloss in Böhmen, wo er seine Kindheit verbrachte, gehörten zu den Hausangestellten neben anderen auch zwei französische und englische Erzieherinnen. Er studierte im internationalen Wien am Theresianum und dann an der philosophischen Fakultät, wo er 1917 sein Doktorat mit der Arbeit „Objektivität als grundlegendes Prinzip der Moral“ machte. Sein Wunsch, Professor zu werden, erfüllte sich zwar nicht. Dafür wurde er zum Gründer der Paneuropa-Bewegung, deren erster Kongress 1926 in Wien unter dem Ehrenvorsitz von Ignaz Seipel abgehalten wurde und bei dem viele prominente Persönlichkeiten anwesend waren wie Konrad Adenauer, damals Bürgermeister von Köln, oder der ehemalige russische Ministerpräsident Kerensky. 60 Die Ziele der Paneuropa-Bewegung waren eine gemeinsame Währung und Außenpolitik unter Wahrung der Selbstständigkeit und Gleichheit der Mitgliedstaaten, Toleranz gegenüber religiösen und ethnischen Minderheiten, eine friedliche Lösung der Konflikte durch einen Gerichtshof usw. Im Nachhinein können wir sagen, dass Coudenhove-Kalergi gewiss kein Idealist war, sondern ein Realist mit Idealen. Er setzte sich für das paneuropäische Projekt zwar aus vielen Gründen ein, so zum Beispiel aus ökonomischen, kulturellen und auch in weiser Voraussicht betreffend das sowjetische Hegemonialstreben aus militärischen. 61 Doch worum es ihm in erster Linie ging, war der Frieden, dessen Losung lautete: „Paneuropa oder Krieg“ 62 ln seinem Leben und Wirken spielte gerade Masaryk eine wichtige Rolle, denn er war ihm nicht nur Vorbild, sondern darüber hinaus auch der erste Staatsmann, dem er seine Ideen auseinandersetzte. Er begegnete ihm l920 und führte mit ihm ein Gespräch über seine paneuropäischen Visionen. Coudenhove-Kalergi war begeistert von Masaryk und attestierte ihm auch „höchste europäische Gesinnung“. 63 Doch Masaryk meinte, die Zeit sei noch nicht reif für Paneuropa. Trotzdem wollte er am Laufenden gehalten werden und half Coudenhove-Kalergi bei seinen Kontakten. Insofern kann Masaryk, der mit 88 Jahren zu Journalisten sagte, wenn er 35 wäre, würde er seine gesamte Energie der Verwirklichung der Vereinigten Staaten von Europa schenken, mit vollem Recht als der „Pate des Gedankens des Paneuropäismus“ bezeichnet werden. 64


Eine weitere bedeutende Persönlichkeit aus dieser Tradition ist Jan Amos Comenius (1592–1670), tschechischer Theologe, letzter Bischof der Böhmischen Brüdergemeinde und der wohl erste moderne Pädagoge. 65 Obwohl ein Mann der Wissenschaft und Religion, zwang ihn die Politik ins Exil nach Polen, Schweden, Ungarn, England und den Niederlanden. Comenius machte in einer Zeit des Krieges und des Hasses den Vorschlag der Bildung eines Ökumenischen Kirchenrates, einer internationalen Akademie der Gelehrten und eines internationalen Friedensgerichtshofes zum Zwecke einer friedlichen Ordnung der Menschheit. Auch auf dem Gebiet des Geistes wirkte er über alle Maßen integrierend und hatte gerade in dieser Hinsicht vieles mit Masaryk gemeinsam. 66 Bei ihm finden wir jene drei Punkte, die auch das Denken Masaryks prägten: Die Ganzheitlichkeit der Weltanschauung, die sich in einem Universalismus der Weltsicht und des Zugangs zu den Dingen spiegelt; einen Realismus der Weltbetrachtung verbunden mit dem Ideal ihrer Besserung; und schließlich einen regen Aktivismus, der seinen Niederschlag nicht nur in der Forderung nach einer höheren Bildung und einer allgemeinen Hebung der Moral, sondern auch in konkreten Taten findet, die den Alltag des Einzelnen bestimmen. Dementsprechend strebte Comenius nach der Einheit des menschlichen Wissens, der „Pansofia“. 67


Es ließen sich noch viele andere Namen dieser Liste hinzufügen. Ich möchte nur noch auf Jan Patočka und Václav Havel hinweisen, die beide in der Welt der Philosophie und auf der Bühne der Politik dieses tschechisch-europäische Erbe gemäß dem Vermächtnis Masaryks weitergetragen haben. 68



Masaryk als Tschechoslowake


Masaryk dachte und fühlte europäisch. Trotzdem folgte er in seiner Politik dem nationalstaatlichen Prinzip. Die Begründung dafür – wenn man einmal die historischen Umstände beiseite lässt – ist einfach: Er wollte keine Übernationalität, sondern eine Internationalität. Und diese kann es nur zwischen selbstständigen und vor allem demokratischen Staaten bzw. Nationen geben. Deshalb lehnte er auch die vermeintliche Integration unter einer Dynastie ab. Es ist zwar richtig, dass die monarchischen Herrscher Europa über Jahrhunderte durch die Idee des Heiligen Römischen Reiches geeinigt hatten und gerade der katholische Universalismus der Reichsidee gänzlich antinationalistisch ausgerichtet gewesen war. 69 Aber eine Integration, die das Vorzeichen der Unfreiheit trägt, integriert nicht. Trotzdem oder gerade deshalb wird Masaryk oft der Vorwurf des übertriebenen Nationalismus gemacht. Zuweilen wird dieser Vorwurf auch durch das unselige Gerücht genährt, Masaryk wäre in Wirklichkeit ein halber Deutscher gewesen, der seine Abstammung verleugnet und durch Hass gegenüber Österreich kompensiert hätte, was erstens nicht stimmt und zweitens belanglos ist. 70 Aber die Anschuldigung des Nationalismus ist gerade in Hinsicht auf seine europäische Gesinnung ernst zu nehmen, und deshalb möchte ich auf sie antworten, zumal es Masaryks Denken erläutert.


Masaryk war Philosoph und dementsprechend philosophisch war sein „Nationalismus. Selbstverständlich war er auch stolz auf seine Heimat und ein bewusster „Tschechoslowake”, dem das Empfinden der nationalen Zugehörigkeit nicht fremd war. Dennoch lebte er als Intellektueller in einer Gedankenwelt, die schon immer die Grenzen von Raum und Zeit überschreitet. Folglich war seine nationale Gesinnung weder aggressiv noch vergleichend oder wertend. Er stellte die eigene Nation nicht über andere, sondern lobte das Gute an jedem Volk und sah auch dessen Schatten. Und er kämpfte gegen den blinden Nationalismus der Phrasen und Parolen, wie nicht nur seine theoretischen Ausführungen gegen den Historismus belegen, sondern auch sein praktisches Engagement im Handschriftenstreit. 71 Er glaubte nicht an die Heiligkeit der Nation, in der, wie er selbst sagte, die Einzelnen Gauner sein können, und er zitierte gern Jan Hus, dass er einen guten Deutschen mehr liebe als einen schlechten Tschechen. Zugegeben, gerade das war nicht unbedingt einfach, wenn man an die Geschichte der Unterdrückung oder zumindest Deklassierung der böhmischen Länder in der Monarchie denkt. Und erst recht schwierig war es, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die österreichische Rekatholisierung Böhmens die an sich religiöse Bewegung des Hussitismus politisierte und zu deren späterer Renaissance im nationalen Gewand führte. 72 Masaryk stellte in diesem Zusammenhang die These auf, dass der Sinn der tschechischen Geschichte sich in der Beförderung der Humanität offenbare. Diese äußere sich bei verschiedenen Nationen in unterschiedlicher Weise, zum Beispiel sozial oder politisch, bei den Tschechen jedoch religiös als Gegenüberstellung des Katholizismus und des Protestantismus. Der bekannte Historiker Josef Pekař hielt dem entgegen, dass wenn ein Band der Kontinuität die einzelnen Daten der tschechischen Geschichte miteinander verbinde, es das Nationalbewusstsein sei. Worauf Masaryk antwortete: „Nationalität” sei ein leerer Begriff. Solche geschichtsphilosophischen Streitereien mögen uns heute anachronistisch erscheinen. Aber unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt zeigen sie, dass Masaryk dem tschechischen Volk einen großen Dienst erwies, als er es dazu anregte, nicht nur über Selbständigkeit zu reden, sondern auch über deren Inhalt nachzudenken. Dementsprechend schrieb er, dass die Ersetzung des Adlers durch den Löwen, die Symbole Österreichs und der Tschechoslowakei, nicht alles seien, denn Demokratie und Republik seien keine bloße Negation des Monarchismus und Absolutismus, sondern ein positives, höheres Stadium der politischen Entwicklung. 73 Deshalb beschäftigte er sich auch immer wieder mit dem Problem der kleinen Staaten und kam zu dem Schluss, dass politische Autonomie allein nicht genüge, dass die staatliche Selbständigkeit in einer geistigen verwurzelt sein müsse. Denn wenn ein Volk wirklich selbständig sein will, dann reichen ihm nicht Schlagwörter. Es benötigt Bildung, Wissen und Kenntnis der eigenen Geschichte und Kultur. Und es bedarf der Moral, denn die Sittlichkeit ist das „primum necessarium“ und mündet in die „kleine Arbeit“ der Reformen. Masaryks Nationalismus war also, wie offensichtlich sein dürfte, ein Humanismus.


Dennoch wird man ständig mit dem Mythos von Masaryk als dem Zerstörer der Monarchie konfrontiert, als würde dies in der Macht eines Einzelnen überhaupt liegen. Es ist übrigens ein doppelter Mythos. Während Masaryk auf der einen Seite verteufelt wird, wird er auf der anderen als platonischer Philosophenkönig gefeiert und seine Person schwebt somit in der Retrospektive zwischen Dämonisierung und Glorifizierung. Oft wird dieser Mythos auch von dem Vorwurf begleitet, Masaryk habe durch die Zerstörung der Monarchie eine internationale Föderation zerstört, die, wenn sie nur weiter bestanden hätte, durch ihre Einigkeit und Stärke vieles hätte verhindern können, unter anderem den Nationalsozialismus. Dieser Vorwurf kommt nicht nur von einer „monarchistischen“ Seite, sondern auch von einer durchaus demokratischen, wie zum Beispiel von Sir Karl Raimund Popper. 74 Trotzdem halte ich ihn für ungerechtfertigt und möchte deshalb darauf antworten, und das nicht nur als „Masarykologe“ und „Masarykianer“, als welchen ich mich zum Teil empfinde, sondern auch als „waschechter“ Österreicher, der ich durch meine tschechoslowakischen Wurzeln wohl sein dürfte, da ich die meisten Ländern der ehemaligen Monarchie als meine Heimat betrachte.


Es stimmt, hätte eine solche Föderation weiter bestanden, sie hätte gewiss vieles verhindern können. Das Problem aber ist, dass eine solche Föderation nicht weiter bestehen konnte, weil sie gar nicht bestand. Österreich als internationale Föderation freier Völker existierte nur in den Wunschvorstellungen mancher ihrer Angehörigen und Führer, jedoch nicht in Wirklichkeit, denn eine Föderation zeichnet sich durch Föderalismus und nicht durch Zentralismus aus. Das war auch der Grund, warum Masaryk zuerst für Österreich kämpfte und nicht gegen Österreich. Bereits als Abgeordneter der Realistenpartei im Wiener Reichsrat hatte er Dezentralisierung, Wahlreform, Minderheitenvertretung, Demokratisierung der Verwaltung u. Ä. gefordert. 75 Sein Anliegen war eine Reform und keineswegs eine Revolution. Und wenn er doch von Revolution sprach, dann von einer Revolution der Köpfe und der Herzen. Erst als der Erste Weltkrieg ausbrach und er seine Hoffnungen scheitern sah, wurde er gegen die Monarchie aktiv. Er ging mit der Überzeugung ins Exil, dass Österreich sich nicht reformieren lasse und durch eine Autonomie der Mitgliedsnationen ersetzt werden müsse. In diesem Sinne leistete er Widerstand, formierte eine etwa 100.000 Mann starke Truppe aus tschechischen und slowakischen Legionären und führte sie in einer wagemutigen und beispiellosen Aktion quer durch Asien. Ihre Kampferfolge insbesondere gegen die Bolschewiki machten die Öffentlichkeit auf sie aufmerksam und brachten ihnen viel Bewunderung ein. Masaryk verhandelte mit den Vertretern der Entente-Mächte und mit Präsident Wilson und setzte sich erfolgreich für die Selbstständigkeit der Tschechoslowakei ein.


Dieser Einsatz gegen die Monarchie, den Masaryk mit den Worten kommentierte, die Tschechoslowaken hätten ihre Selbstständigkeit mit Blut erkämpft, war natürlich alles andere als friedlich. 76 Aber Masaryk selbst war alles andere als glücklich darüber. Schließlich vertrat gerade er die Meinung, dass jemand, der ein Schwert halte, kein Demokrat sein könne 77 und betrachtete die Gewalt nur als äußerstes Mittel, welches im Fall seiner Anwendung fair gehandhabt werden sollte und nicht zu ihrer Verabsolutierung führen durfte. Schuld waren die Umstände des Krieges, die ihm die Bedingungen für sein Handeln diktierten. So musste er sich zu dem scheinbaren Paradoxon der Maxime seines Verhaltens hinreißen lassen, dass Verteidigung gegen Gewalt eine moralische Pflicht sei. 78 Deshalb sollte man meines Erachtens den Vorwurf der Zerstörung der Monarchie nicht an Masaryk richten, sondern an die Adresse der Habsburger. Denn die Monarchie ist nicht durch Nationalismus untergegangen, sondern durch falsche Politik hinsichtlich des Nationalismus. Ansonsten war es gerade Masaryk, der die These kannte, der zufolge Österreich ein Schutzwall gegen Deutschland sei. Und er antwortete darauf völlig richtig, dass genau diese These durch den Krieg widerlegt worden sei, weil Berlin und Wien wie „siamesische Zwillinge“ zusammenarbeiteten. 79 Man sollte auch darauf hinweisen, dass Masaryk in dieser Hinsicht nicht für den Panslawismus war, sondern gegen den Pangermanismus. Seine Einstellung könnte man vereinfacht beschreiben als: „Goethe, nicht Bismarck.“


Leider waren die Beziehungen zwischen Österreich und Böhmen immer ein wenig problematisch und mit Blick auf Masaryk ist ein Teil dieser problematischen Nachbarschaft nach wie vor erhalten. 80 Die Tschechen haben eine lange und große Geschichte, von Samo und das Großmährische Reich über den Heiligen Wenzel, Karl IV. und Rudolf II. bis zu Masaryk. Aber sie hatten auch mit der „kleinen Geschichte“ zu kämpfen. 81 Přemysl Ottokar II., dem ausgerechnet Österreich viele historische Bauten verdankt und dessen Reich sich von Polen bis zur Adria erstreckte, wurde von Grillparzer zum Reichskontrahenten degradiert und Rudolf von Habsburg zum Reichsretter stilisiert. Dementsprechend heißt es heute „als Böhmen noch bei Österreich war“ ohne zu bedenken, dass dieses historische Österreich 1526 durch den Zusammenschluss eines Erzherzogtums mit einem Königreich entstand und dass es die tschechische Wahl einer österreichischen Dynastie auf den böhmischen Königsthron war, die es den Habsburgern ermöglichte, an der Wahl des Kaisers mitzuwirken. 82 Die Reformation, die durch Jan Hus, auch wenn unter Rückgriff auf Wyclif, eingeleitet wurde, auf den sich noch 100 Jahre später Luther mit den Worten berief, dass wir alle Hussiten seien, fand weitere 100 Jahre später durch den Prager Fenstersturz und den so ausgelösten Dreißigjährigen Krieg ein bitteres Ende. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 und der Hinrichtung der Oberhäupter der böhmischen Adelsfamilien folgte eine „Zeit der Finsternis“, wie der große tschechische Dichter Alois Jirásek sie nannte. Das „Juwel der Monarchie“ hörte auf zu strahlen und wurde gewaltsam rekatholisiert, zentralisiert und bürokratisiert. Erst durch die Ideen der Französischen Revolution und ironischerweise der deutschen Aufklärung inspiriert, begann sich Böhmen wieder aufzurichten. Im 19. Jahrhundert entdeckte es seine Sprache, gründete eigene Schulen und Institutionen und errichtete das Nationaltheater als Symbol der „Wiedergeburt“. Da verwundert es nicht, dass solche Wunden nur langsam heilten. Trotzdem hatte die Idee Österreichs als eines Vielvölkerstaates gerade unter den Tschechen begeisterte Anhänger, von denen ich den Historiker František Palacký nennen möchte, der als „Vater der Nation“ bezeichnet wird und dessen Einstellung Österreich gegenüber sich mit der Zeit änderte und der Masaryks nicht unähnlich war. Am Slawenkongress in Frankfurt 1848 schrieb er: „Fürwahr, wenn der österreichische Staat nicht schon seit langem bestünde, müssten wir im Interesse Europas, ja der Humanität selber uns daran machen, dass er geschaffen werde.“ Doch 1865 korrigierte er sich: „Wir sind vor Österreich gewesen, wir werden auch nach ihm sein!” 83


Umsonst bemühten sich die Tschechen in den folgenden Jahren um die Erweiterung des Dualismus Österreich-Ungarns zu einem Trialismus. Und so blieb Masaryk nur übrig zu sagen, die Tschechen hätten die Habsburger gewählt, nun würden sie sie abwählen. Man sollte Masaryk deshalb nicht unterstellen, sich aus Nationalismus oder gar Verblendung gegen Österreich gestellt zu haben. Es ging ihm nicht um einen eigenen Staat, sondern um einen guten Staat.



Schlussbetrachtung


Zwischen damals und heute liegt das Grauen des Nationalsozialismus und des Kommunismus, des Bürgerkriegs der Zwischenkriegszeit und der Vertreibung der Sudetendeutschen. Beide Länder, sowohl Österreich als auch Tschechien, haben diese bitteren Pillen der Geschichte geschluckt und stehen nun als Demokratien da. Als solche bilden sie die Basis für eine wahrhafte europäische Einigung in Frieden und Freiheit. Auch der ehemalige österreichische Außenminister Alois Mock meinte, dass der Erfolg der europäischen Integration wahrscheinlich eben darin gründe, dass dieses Modell den Nationalstaat nicht ignoriert, sondern bewusst in die europäische Gemeinsamkeit eingebunden habe. 84 Wir sind inzwischen also ein gutes Stück auf dem europäischen Weg der Demokratie vorangeschritten. Aber die Zielgerade haben wir, wie gerade die Ereignisse der letzten Monate betreffend Österreich zeigen, noch lange nicht erreicht.


Masaryk soll einmal geseufzt haben: „Demokratie hätten wir. Jetzt brauchen wir nur noch Demokraten.“ Wir können auch seufzen: „Europa hätten wir. Jetzt brauchen wir nur noch Europäer.“ Hoffentlich werden wir diesem Auftrag gerecht.







53 Dalibor Truhlar „Thomas G. Masaryk. Philosophie der Demokratie“, Peter Lang, Frankfurt am Main 1994, Einleitung. Norbert Leser bezeichnet Masaryk auch als „tschechischen Renner“ bzw. Renner als „österreichischen Masaryk“, ebenda, Vorwort. Karl Renner unterstützte übrigens die Paneuropabewegung.


54 T. G. Masaryk „Nová Evropa“ (1917), Doplněk, Brno 1994. 1918 wurde es in französischer und englischer Sprache publiziert, 1920 in tschechischer.


55  ebenda, Seite 183/184


56 T. G. Masaryk „Světová revoluce“, Čin a Orbis, Praha 1925


57 T. G. Masaryk „Neues Europa“, Seite 183, dazu auch: „Der echten Demokratie genügen nicht die Institutionen, sie braucht Menschen …“ in „Präsident Masaryk zum zehnten Jubiläum der Republik“ in T. G. Masaryk, „Cesta demokracie“ III, Ústav T. G. Masaryka, Praha 1994


58 Unter anderem auch vom ehemaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk, der mir bei der Masaryk­-Feier am Petersplatz anvertraute, dass er es zur Zeit des Kommunismus vor laufenden Kameras des tschechoslowakischen Fernsehens gesagt habe. Daraufhin habe er Applaus erhalten und an der Grenze habe man vor ihm salutiert


59 Allerdings sollte man anmerken, dass Georg den Hintergedanken hegte, dadurch die Macht des Papstes und des Kaisers einzuschränken.


60 Der zweite Kongress fand 1930 in Berlin, der dritte 1932 in Basel statt. Aber Coudenhove-Kalergi gelang es nicht nur viele bedeutende Persönlichkeiten wie Winston Churchill für Paneuropa zu begeistern, er schaffte sich auch viele Feinde und wurde von Hitler als „Allerweltsbastard“ bezeichnet, was man jedoch aus diesem Munde als Kompliment werten darf. Erst 1947 fand in Gstaad in der Schweiz die erste Sitzung der europäischen parlamentarischen Union statt. Trotzdem blieb Wien die Wiege der Bewegung, denn hier befand sich nicht nur das Hauptquartier der Union, es waren auch alle österreichischen Bundeskanzler Paneuropäer und Coudenhove-Kalergi sah Wien als Bundeshauptstadt Europas an.


61 Coudenhove-Kalergi „Paneuropa“ (l923), Panevropa, Praha 1993. Interessant ist, dass Coudenhove-Kalergi England und Russland aus „seinem“ Europa ausschloss. Im ersten Fall ist das eine Parallele zu Georg von Poděbrad. Was Russland anbelangt, sagte er, dass Europa nur so weit nach Osten reiche wie das demokratische System. Russland habe sich durch die Einführung des Sowjetismus von Europa abgerissen. Ebenda, Seite 25.


62 Coudenhove-­Kalergi „Europa erwacht!“, Paneuropa Verlag, Wien 1934, Vorwort


63  ebenda, Seite 94


64  Vittorio Pons „Počátky myšlenky panevropanství“ in „Masaryk a myšlenka evropské jednoty“, Centrum pro Desk-Top Publishing UK, Prag 1992, Seite 20 und 28


65 Siehe hierzu insbesondere sein Werk „Orbis pictus“ von 1658. Er forderte unter anderem eine naturgemäße Lehrweise und einen einheitlichen Schulaufbau bis zum 24. Lebensjahr. Er war beeinflusst von Cusanus und Erasmus von Rotterdam und ein Gegner Descartes, mit dem er zu einer mehrstündigen Diskussion in Holland zusammentraf und dessen „Methode“ er ablehnte. Eine gute Zusammenfassung seiner Philosophie und seiner Absichten findet sich in „Via lucis“, l668 Amsterdam,


66 Roman Jakobson sagte, die Tschechen hätten drei Philosophen gehabt: Comenius, Masaryk und Patocka. In „Jan Patočka. Ausgewählte Schriften“, Klett-Cotta Stuttgart, Hrsg. Institut für die Wissenschaften vom Menschen, Wien, Band I 1987, Seite 14, Einleitung von Walter Biemel.


67 Insbesondere in seinem Werk „De rerum humana rum Emendatione“, das erst 1992 in tschechischer Sprache publiziert wurde. Durch sie wollte er die Welt und die Menschen bessern. Darüber hinaus setzte er sich auch für eine „Universalsprache“ ein, aber bei gleichzeitiger Bewahrung der nationalen Sprachen. „Ianua linguarum reserata" 1631.


68  Siehe dazu meine Arbeit „Jan Patočka. Ein Sokrates zwischen Husserl und Heidegger“, Sonderpublikation des UZF Wien 1996, Patočka-Archiv des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen, Wien


69  Auch Otto von Habsburg vertritt diesen Gedanken in „Úvahy o Evropě“, Panevropa Praha 1993. Doch wenn wir diese theoretische Überlegung auch praktisch auf die konkrete historische Manifestation der Reichsidee übertragen, sehen wir, dass es sich um eine Idealisierung handelt. Dennoch möchte ich hinzufügen, dass gerade Otto von Habsburg durch sein Engagement für die Paneuropäische Idee eine wahre europäische Größe zeigt.


70 Siehe dazu Stanislav Polák „Masarykovi rodiče a antisemitský mýtus“ Ústav T. G. Masaryka, Praha 1995


71  In Böhmen wurden alte Handschriften „gefunden”, die zeigen sollten, wie hochstehend die tschechische Kultur lange vor der deutschen war. Es handelte sich dabei um Fälschungen, gegen die Masaryk und einige andere auftraten. Solche Fälschungen waren zu dieser national-romantischen Zeit auch in anderen Ländern Mode. Masaryk handelte sich durch seine Initiative den Vorwurf ein, ein Verräter des Tschechentums zu sein. Siehe Jaroslav Opat „Filosof a politik T. G. Masaryk 1882–1893”, Melantrich, Praha 1990, Kapitel III.


72 Nicht von ungefähr datieren deshalb einige Autoren die Entstehung des Nationalismus mit dem Hussitismus wie beispielsweise Eugen Lemberg. Andere wiederum nennen die Französische Revolution oder die Polenteilung wie Lord Acton und Jacob Talmon. Der amerikanische Historiker Hans Kohn, übrigens ein gebürtiger Prager der österreichischen Monarchie, greift sogar auf die vorchristliche Zeit zurück. Man sollte jedoch bedenken, dass der Nationalismus des 18. und 19. Jhs. auch ein „Liberalismus” war. Siehe dazu meine Arbeit „Nationalismus. Wesen und Geschichte der nationalen Idee”, Sonderpublikation des UZF, Wien 1994.


73  T. G. Masaryk „Weltrevolution”, Seite 535


74 Karl Raimund Popper „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, Band II, UTB Francke, München 1980, Anmerkung 66 zu Kapitel 2 und Anmerkung l02 zu Kapitel 3. Popper schreibt hier, dass Masaryk ein Demokrat war und sein Nationalismus eine „Reaktion auf die nationale Unterdrückung … er kämpfte immer gegen nationalistische Exzesse … Aber all dem zum Trotz beruhte dieser Staat (die Tschechoslowakei, Anm.) auf dem Prinzip des Nationalstaates, auf einem Prinzip, das in dieser Welt unanwendbar ist. Eine internationale Föderation im Donaubecken hätte vieles verhindern können.“


75 Zum Beispiel in „Demokratismus und die nationale Frage in Österreich“ (1907) in „O demokracii“ Melantrich, Praha 1991


76 T. G. Masaryk „Weltrevolution“, Seite 458


77  T. G. Masaryk „Die Tschechische Frage“, (1895) Svoboda, Praha 1990, Seite 291


78  T. G. Masaryk „Neues Europa“, Seite 185


79 ebenda, Seite 125 und 126 und „Weltrevolution“, Seite 450


80  Siehe dazu meinen Artikel „Masaryk in Österreich – heute“ in „Masarykův Sborník“ IX, Ústav T. G. Masaryk, Praha 1997, Seite 133–151


81  Siehe Jan Patočka „Was sind die Tschechen“ in „Jan Patočka, Ausgewählte Schriften”, Band V, Stuttgart Klett-Cotta 1992, Seite 29–106: „Das Böhmische hatte Größe, solange es Gelegenheit fand, seine Partikularität in den Dienst von Weltaufgaben zu stellen …“


82 Zu Recht stellt deshalb der tschechische Historiker Josef Pekař die Frage, wer Österreich eigentlich gegründet habe in „Kdo založil Rakousko?“ von 1917, in „Na cestě k samostatnosti“, Panorama Praha 1993


83 T. G. Masaryk „Palacký’s Idee des böhmischen Volkes“ (1899)


84  Alois Mock in „Minderheiten und nationale Frage“, Wien 1993, Seite 180









Der Artikel "T. G. Masaryk - Europa und Demokratie" von Dalibor Truhlar (ISNI: 0000 0000 8402 2282) wurde anlässlich Masaryks 150 Geburtsjubiläums im Jahr 2000 geschrieben, in den Wiener Blättern zur Friedensforschung des UZF Wien im Juni 2000 publiziert, 2013 als E-Book auf Amazon ↗ veröffentlicht und 2023 in "Aufsätze zu Masaryk: Artikel und Vorträge aus den Jahren 1994-2018" (123 Seiten, ISBN: 979-8-398-89630-5), das als Taschenbuch und E-Book auf Amazon ↗ erhältlich ist, auf Google Books ↗ kostenlos gelesen und auf Zenodo ↗ (10.5281/zenodo.18254960) auch als PDF heruntergeladen werden.













Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page